Glasuren & Engoben
 
 
 
 
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Hans Wolbring GmbH - keramische Farben





Glasuren & Engoben



Allgemeine Hinweise

Bei unseren Glasuren handelt es sich um Qualitätserzeugnisse von Ferro (ehemals Degussa) und anderer führender Hersteller, sowie in zunehmendem Maße um eigene Entwicklungen. Die aufgeführten Farben und Effekte sind von verschiedenen Faktoren abhängig:

Art und Stärke des Auftrags
Brenntemperatur und –kurve
Art und Farbe des Scherbens


Daher sind insbesondere bei Effektglasuren immer Abweichungen möglich und unsere Abbildungen können nur bedingt verbindlich sein.


Brennbereich
Im angegebenen Brennbereich sollte jede Glasur wie Standard ausschmelzen. Um Temperaturschwankungen auszugleichen, sollte man eine Temperatur in der Mitte des Brennbereichs auswählen. Viele Glasuren sind auch höher brennbar, verändern aber dann ihr Aussehen.


Einfluß von Temperatur und Auftragsstärke
Mit steigender Temperatur wird meist der Glanz erhöht, sogar matte Glasuren können glänzend werden. Ein sehr dünner Auftragbedeutet eine raumatte Oberfläche, ein starker Auftrag verstärkt Farben und Effekte. Eine hohe Temperatur und ein besonders starker Auftrag kann eine Glasur zum Ablaufen bringen.


Wärmeausdehnungskoeffizient– WAK
Bei größeren Differenzen des WAK von Scherben und Glasur kommt es entweder zur Rissbildung (hoher Glasur-WAK) oder im umgekehrten Fall zu Abplatzern. Diese Glasurfehler werden durch einen starken Auftrag verstärkt. Abhilfe kann man bei Rissbildung durch Zusatz der Fritte 90255 (WAK 40 x10-7), bei Abplatzern durch Zusatz der Fritte 90167 (WAK 150 x 10-7) schaffen.

Lagerfähigkeit
In Pulverform sind Glasuren unbegrenzt lagerfähig. In angerührtem Zustand kann es besonders bei hochalkalischen Glasuren wie z.B. allen Aventuringlasuren zum Auskristallisieren kommen. Solche Glasurtypen sollten nach dem Aufrühren möglichst bald verarbeitet werden.

Glasuren mit Granulaten bzw. Specks:
Diese Glasuren dürfen auf keinen Fall durch ein feines Sieb gegeben werden. Sie sollten besonders gut aufgerührt werden, da sich solche Grobmaterialien stärker absetzen.


Glasuraufbereitung
Glasur technisch bleifrei
1 kg
Wasser – Pinselauftrag:
550 - 650 ml
Wasser - Tauchen, Gießen, Spritzen:
650 - 850 ml

Dies sind Anhaltswerte, die in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren variieren können.


Gefahrstoffe in Glasuren und Farben
Oberstes Ziel bei der Erstellung unseres neuen Verkaufsprogrammes ist es, soweit wie möglich auf kennzeichnungspflichtige Produkte zu verzichten. Wir bieten daher ausschließlich technisch bleifreie Glasuren und Dekorfarben an. Auch für nicht kennzeichnungspflichtige Produkte gelten folgende Hinweise:

Staubentwicklung vermeiden.
Während der Arbeit nicht essen, trinken, rauchen.
Die Produkte sind keine Spielzeuge; von Kindern ohne Aufsicht fernhalten!
Nicht in Behältern aufbewahren, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen.
Hände gründlich waschen.
Beim Brennen für gute Belüftung sorgen.



Bedarfsgegenständeverordnung
Diese Verordnung behandelt die Abgabe von Blei und Cadmium aus der gebrannten Glasur, sofern die Oberfläche mit Lebensmitteln in Berührung kommen kann. Die Prüfung erfolgt nach DIN 51031 mit4%-iger Essigsäure. Die Grenzwerte sind nach DIN 51032 festgelegt.


Wichtiger Hinweis
Die Blei- und Cadmiumlässigkeit einer Glasur kann von verschiedenen Faktoren während des Brennens beeinflußt werden:
Ofenatmosphäre, Schichtdickenverhältnis, differierender WAK von Scherben und Glasur, erreichte Maximaltemperatur etc.
Daher kann nur durch Prüfung des unter Betriebsbedingungen hergestellten Gegenstandes festgestellt werden, ob eine Glasur oder ein Dekor den Anforderungen hinsichtlich der Abgabe von Blei und Cadmium genügt. Das bedeutet, dass wir für die Qualität der mit unseren Produkten hergestellten Fertigerzeugnissen keinerlei Garantie übernehmen können.



Steinzeugglasuren

Die abgebildeten Glasuren wurden auf weißem Scherben bei 1220°C gebrannt. In diesem Brennbereich sind je nach Auftragsstärke, Brenntemperatur, Ofenatmosphäre und dem Scherbenstarke Abweichungen möglich. Bei den Kristallglasuren haben wir als Glasurträger die ruhige Form eines Blattes gewählt. Bei normaler Auftragsstärke zeigen diese Glasuren ihre kristallinen Ausscheidungen auch auf senkrechten Flächen ohne abzulaufen.



Transparentglasuren farblos

Farblose Transparentglasuren (ohne Abbildungen) werden hauptsächlich als Überzug über Unterglasur – und Engobenmalerei eingesetzt. Sie sollten grundsätzlich möglichst dünn und gleichmäßig aufgetragen werden, so dass sich hier das Spritzverfahren am besten eignet.

neu 40-VTR-102
Besonders preisgünstig:
transparent, farblos, glänzend, 1000-1080 0C, sehr gut zum Einfärben mit Farbkörpern geeignet, besonders klar

40167
Farblos, glänzend bleifreie Glasur, gut geeignet in Verbindung mit Engoben, Unterglasurfarben und Farbkörpern; dünn auftragen; möglichst bei 1080°C brennen; 980 - 1080°C.

40287
Farblos, matt bleifreie Glasur, die möglichst auch um 1080°C gebrannt werden sollte; 1060 - 1100°C.

40525
Farblos, seidenmatte Glasur mit großem Brennintervall von 1020 - 1140°C; die sich hervorragend mit Farbkörpern einfärben lässt.

400476
Farblos, craquelé, seiden-matt bleifreie Craqueléglasur, die bei starkem Auftrag, insbesondere auf weißem Scherben, ein relativ großes Rissenetz zeigt; um diese Risse gut sichtbar zumachen, werden Craquelèglasuren nachdem Brand mit einem beliebigen Mitteleingefärbt;
1020 - 1100°C.

408204
Farblos, glänzend klare Glasur zum Einfärben mit Farbkörpern und Oxiden geeignet, 1020 -1100°C.

K1700
Farblos, glänzend, bleifreie, als Überzug für Unterglasuroder Engobenmalerei, gut geeignete Glasur, 960 - 1080°C.

50101
Farblos, glänzend W 031für eine bleifreie Glasur besonders schön klar und daher vielseitig einsetzbar, 1020 - 1080°C.



Weiß deckende Glasuren

Die Glasuren sind hier auf weißem Scherben abgebildet. Um eine gute Deckkraft, insbesondere auch auf farbigem Scherben zu erreichen, ist ein gleichmäßig starker Auftrag nötig. Es empfiehlt sich daher, diese Glasuren durch Spritzen oder Tauchen aufzutragen. Für den Pinselauftrag sollte möglichst die Flüssigglasuren W 910 und W 930 verwendet werden.
Für die Majolikamalerei empfehlen wir die Zinnglasuren 490650 und 59850 sowie 490010 matt.


Effektglasuren

Die Glasuren zeichnen sich durch unregelmäßige Oberflächen und das daraus resultierende dekorative Erscheinungsbild aus. Unzählige Variationen sind durch Übereinanderlegen oder Mischen von Glasuren und durch die Wahl von farbigen Scherben möglich.


Summertime

Summertime, farbenfrohe Effektglasuren, die sich hervoragend mischen und kombinieren lassen(sind nicht als Flüssigglasuren lieferbar)


Redox-Farben

Redox-Farben werden wie Glasuren verwendet, zeichnen sich jedoch ihnen gegenüber durch folgende Vorteile aus:

Sie sind besonders ergiebig und werden mit ca. 60 - 80% Wasserangerührt.
Sie sitzen wenige Sekunden nach dem Auftrag so fest, dass die Gegenstände gut angefasst werden können.
Sie können direkt auf den ungeschrühten Scherben aufgetragen werden.
Sie sind besonders hart und abriebfest und auf entsprechend gebranntem Ton auch frostsicher.
Sie bieten dem Keramiker und dem versierten Hobbyisten eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten, so ändern sich Farbe und Struktur bei geschrühtem und ungeschrühtem Ton bei den verschiedenen Brenntemperaturen auch schon durch die Stärke des Auftrages.
Sie können auch trocken in den weichen geformten Ton eingewalzt oder bei Platten, Reliefs usw. mit einem feinen Sieb aufgestreut werden.
Sie eignen sich sowohl für den reduzierenden als auch für den oxidierenden Brand, wobei auch hier die Brennfarbe stark variiert. Die einzelnen Farbtypen können untereinander gemischt, übereinander auf getragen, mit herkömmlichen Glasuren verwendet werden.
Die angerührten Redox-Farben sollten möglichst bald verarbeitet werden.


Engoben
Engoben bestehen aus einem Gemisch aus Tonmehlen und Farbkörpern. Zur besseren Verzahnung mit dem Scherben wurde ein gewisser Anteil Flussmittel zugesetzt, der es ermöglicht, die Engoben sowohl auf lederhartem als auch auf geschrühtem Scherben einzusetzen. Erst durch Überzug einer Transparentglasur erhalten Engoben die richtige Farbleuchtkraft.